Tipp 3: Sinn und Unsinn vom Fahren mit Licht am Tag

Es hat sich rumgesprochen, dass selbst kleine Unfälle teuer werden. Lieferverzug, Versicherungsärger, Papierkram, schlechte Laune. Ein wichtiger Sicherheitsfaktor heißt auch am Tage „Sehen und gesehen werden“. Aber wie macht man‘s richtig beim Besser-und-rechtzeitig-gesehen-werden? Schließlich kann man ja nicht ständig das Signalhorn aktivieren. Immer wieder begegnen mir LKWs, die am Tag entweder mit voller Beleuchtung oder gar mit Stand- und Nebelscheinwerfern unterwegs sind. Da frage ich mich immer „Warum der Aufwand?“. Und wenn solche Fahrer zu mir in die Werkstatt kommen, frage ich sie das direkt: „Sag‘ mal, warum fährst du am helllichten Tag mit voller Beleuchtung rum?“ „Ich will gesehen werden. Sicher ist sicher.“, lautet dann die klassische Antwort. Hhm... nicht ganz einleuchtend.
Was man alles falsch machen kann
Wenn die Sonne scheint, sieht man auch ein 5 Watt Standlicht nicht wirklich. Und das Abblendlicht ist nicht dazu ausgelegt, am Tag auf sich aufmerksam zu machen. Hakt man dann nach „Weißt du eigentlich, was du damit für Kosten verursachst? Erstens produzierst du Spritmehrverbrauch, zweitens gehen die Leuchtmittel schneller kaputt und du hast Ausfall- und Reparaturzeiten, drittens verschleißt die Lichtmaschine schneller.“ Da kommen dann die Kollegen doch ins Grübeln. Schließlich stehen alle Fahrer unter der vom Chef weitergegebenen Kostendruckfuchtel. Die Nebelscheinwerferfraktion kommt mit ähnlichen Argumenten: „Ich will gesehen werden, und außerdem sieht‘s cool aus.“ Dass man mit Nebelscheinwerfern besser gesehen wird als ohne, ist aber nur ein Gerücht. Nebelscheinwerfer sollen den Nahbereich vor dem Fahrzeug ausleuchten, und das möglichst flach, damit sich im Nebel nur wenig Licht in den Wasserteilchen bricht und den Fahrer nicht blendet.
LED-Tagfahrlicht ist eine vernünftige Lösung
Verkehrstechnisch sinnvolles Aufsehen erregen und dabei auch noch Sparen kann man mit professionellem, modernem LED-Tagfahrlicht. Der Name ist Programm: Es wurde als Fahrlicht für den Tag entwickelt. Mittlerweile in vielen Varianten erhältlich, geht es mit dem Einschalten der Zündung an und dimmt je nach Modell beim Einschalten der normalen Beleuchtung auf Positionslicht herunter oder geht ganz aus. LED-Tagfahrlicht kennt man von den aktuellen Modellen namhafter Automobilhersteller, und genau das gibt es auch für LKWs. Aber achtet auf Markenqualität, sonst kann es bei Prüfungen Probleme geben.
Kaum zu glauben: LED-Tagfahrlicht amortisiert sich
Mit einer spritsparenden Stromaufnahme von nur rund 11 Watt und einer Lebensdauer, die in etwa der des Fahrzeuges entspricht, amortisiert sich die Anschaffung relativ schnell schon dadurch, dass zeitraubende Glühlampenwechsel dank LEDs erspart werden. Und Hauptscheinwerferglühlampen, die tagsüber nicht brennen, halten ebenfalls länger. Also: alle eingangs erwähnten Negativfaktoren fallen dauerhaft unter den Tisch.
Tagfahrlicht wurde speziell für das Fahren am Tag entwickelt

Oben die Wirkung von Abblendlicht - unten die von Tagfahrlicht.
Tagfahrlicht ist technisch so ausgelegt, dass es ähnlichwie Fernlicht geradeaus leuchtet, und somit den Gegenverkehr und den vor einem Fahrenden im Spiegel drauf aufmerksam macht „Hey, hier ist ja jemand.“. Die Chancen, rechtzeitig bemerkt zu werden, sind deshalb viel höher als bei Tagfahrten mit Abblend- oder Nebelscheinwerfern. Außerdem wirkt sich das bemerkt werden auch noch positiv auf das Speditions-Image aus. Wer etwas für die Sicherheit tut, sammelt auch bei den vernünftigen Kunden Pluspunkte.
Mehr Informationen auf www.tagfahrlicht.de
Tipp 2: Einstellungssache - langweiliges Thema?

Ein häufig unbeachtetes Thema bei den meisten Kraftfahrern ist die Einstellung der Hauptscheinwerfer. Ist ein Hauptscheinwerfer zu hoch eingestellt, leuchtet er zwar weit, aber die Ausleuchtung der Strecke ist sehr gering. Ist er zu niedrig eingestellt, ist alles vor einem sehr hell, aber nicht ausreichend weit genug ausgeleuchtet, um Gefahren im Dunkeln schnell erkennen zu können.
Herstellervorgaben einhalten
Bei uns in der Werkstatt gehört die Kontrolle und Korrektur der Scheinwerfereinstellung zur ganz normalen HU dazu, und natürlich auch beim Wintercheck. Allzu oft hören wir den Kommentar „Ach, lass so stehen, Mann, ich seh‘ genug“. Sieht man wirklich genug? Nein. Ein Scheinwerfer kann die perfekte Fahrbahnausleuchtung und somit das richtige Verhältnis zwischen Helligkeit und Leuchtweite nur dann auf die Straße bringen, wenn er exakt nach den Herstellervorgaben eingestellt ist. Was habe ich als Fahrer davon, sehr weit sehen zu können, wenn ich dadurch den Gegenverkehr blende und ständig freundlich mit der Lichthupe gegrüßt werde? Und es macht auch keinen Sinn, wenn ich die sich wie Kaninchen vermehrenden Schlaglöcher beziehungsweise die Kaninchen selbst einfach übersehe, weil mein Licht nicht hell genug ist?
Schleichender Prozess
Mit einem modernen Scheinwerfereinstellgerät dauert die ganze Einstellerei nur fünf Minuten. Fünf Minuten für ein Stück mehr Sicherheit beim Fahren, für sich selbst und für den Gegenverkehr. Manche stellen sich die Frage „ Warum muss das überhaupt jährlich passieren?“ Darauf gibt es eine einfache Antwort: Weil sich Karosserieteile bewegen, Schrauben lockern, Halter ausschlagen und sich so die Einstellungen ändern. Es ist ein schleichender Prozess, man merkt es nicht von jetzt auf gleich, es geht gaaaanz langsam. Deshalb sind die Veränderungen selbst für die studierten Physiker unter den Fahrern im Alltag kaum nachvollziehbar. Eine jährliche Überprüfung ist deshalb unabdingbar. Und für die Sparfüchse: In einer guten Werkstatt ist der Licht-Check nicht nur zum Aktionszeitraum (jedes Jahr im Herbst) kostenlos, sondern immer. Bei jedem Besuch.
Altersfrage
Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Sind Sie über 35 Jahre alt? Dann müssen Sie sich darauf einstellen, dass ab diesem Alter die natürliche Sehkraft allmählich nachlässt. Das heißt nicht, dass man eine Brille braucht, aber das Sehen wird etwas anstrengender. Da ist es doch mehr als vernünftig, wenn man perfekt eingestellte Hauptscheinwerfer hat.
Tipp 1: Das leidige Thema Reifendruck

Fast täglich haben wir in der Werkstatt mit diesem Thema zu tun, mal mehr - mal weniger erfreulich. Es kommt oft vor, dass ein LKW-Fahrer auf einen Kaffee reinschaut, und während er den trinkt, mal den Reifendruck korrigiert haben möchte. „Mach mal 10 Bar drauf, rundrum", heißt es dann häufig. Ein kurzer Blick auf die Reifen verrät, dass diese jedoch nur z. B. 8,5 Bar haben dürfen. Mehr wird der Monteur dann auch nicht drauf packen, was die Fahrer meist überhaupt nicht verstehen können. „Aber er läuft dann viel ruhiger", kriegen wir zu hören, „so lange, bis dir die Reifen um die Ohren fliegen", erwidern wir dann.
Fakt ist, dass, wenn es zu einem Reifenplatzer mit Folgeschäden kommt (Teile beschädigen einen PKW o. ä.), haftet die Werkstatt, die den Reifen befüllt hat.
Und für den Spediteur wird es auch ohne Platten teuer, denn die Reifen laufen ungleichmäßig ab, in der Mitte schneller als außen, und das kann - gerade bei Superbreitreifen - sehr schnell gehen.
Wird der Reifendruck nicht regelmäßig kontrolliert und es wird mit zu wenig gefahren, laufen sie außen ab und das Fahrzeug wird sehr schwammig.
Der korrekte Reifendruck ist also nicht nur ein Garant für mehr Sicherheit, sondern auch für ein längeres Leben der Reifen, die ohnehin schon teuer genug sind.
Bei einem LKW, der viel unterwegs ist, sollte dieser deshalb mindestens einmal im Monat überprüft werden. Eine Werkstatt sieht das als Servicedienstleistung und führt es kostenlos durch. Dabei wird dann nicht nur der Druck gecheckt, sondern ein Blick auf die Reifen verrät dem Mechaniker auch eine falsch eingestellte Spur, defekte Stoßdämpfer oder kleine Flankenschnitzer, die zu einem Problem werden könnten. Durch diese Kleinigkeiten lässt es sich ein ganzes Stück beruhigter fahren - und kostensparender.
Gute Fahrt!
Euer Nico Fischer
